Kirchenchor Neufra – ein historischer Moment
Bei seiner letzten Generalversammlung im November 2021 hat sich der Kirchenchor Neufra stillgelegt. Die Zahl der Sängerinnen und Sänger, die noch ganz aktiv am Notenblatt hingen waren durch die Altersstruktur und den Mangel an Neuzugängen so dezimiert, dass sich der Chorgesang nicht mehr aufrechterhalten ließ. Die Männerstimmen fehlten fast komplett und bei den Frauenstimmen gab es zu große Lücken. Angesichts dieser bedrängenden Tatsache, hat der Chor den Entschluss gefasst, im Pfarramt eine Stilllegung zu beantragen. Das Geldvermögen von 4200 Euro wurde nach einhelligem Beschluss der Generalversammlung - dem Vorschlag des Vorstands entsprechend - für die Orgelrenovation zur Verfügung gestellt. Diese soll am 19. April beginnen. Mit diesem tollen Spendenbetrag zeigt der Kirchenchor seine tiefe innere Verbundenheit mit der „sacra musica“ und setzt ein großartiges Zeichen. Wir dürfen extrem dankbar dafür sein, dass unser Kirchenchor über viele Jahrzehnte, über ein Jahrhundert so engagiert und so treu seinen Dienst für die Pfarrgemeinde ausgeübt hat. Mit der Überreichung der Zelterplakette, die nur in seltenen Fälle übergeben wird, konnte der Chor noch ein letztes Mal seine Wirkungszeit seit dem Jahr 1888 Revue passieren lassen. Es war ein sehr schmerzlicher Moment, sich eingestehen zu müssen, dass nach einer langen und traditionsreichen Zeit, der Kirchenchor sich nicht mehr halten kann. Wir alle, Chor und Pfarrgemeinde bedauern diese Entwicklung zu tiefst und leiden unter dem Verlust, denn der Kirchenchor hatte viele Fixtermine im Kirchenjahr und er war nicht wegzudenken. Mit großem Respekt neigen wir unser Haupt vor der Leistung der Sängerinnen und Sänger und vor der Chorleiterin Frau Metzger und der Vorstandschaft. Danke für all die Jahre der Treue und des Engagements. Am Freitag, 4. März übereichte die Vorstandschaft mit ihrem Vorsitzenden Horst Acker, der Kassiererin und Schriftführerin Gertrud Voppichler, dem Beisitzer Johann Röck und dem Präses Matthias Kopp an Herrn Pfarrer Drescher die Unterlagen und Dokumente des Kirchenchores und den großzügigen Geldbetrag von 4200 Euro für die Orgel. Mit einem Glas Sekt wurde dieser historische Moment besiegelt. Die ruhende Vorstandschaft sicherte ihre tatkräftige Unterstützung der Pfarrei weiterhin zu und hofft, dass es eines Tages wieder einen klassischen Kirchenchor in der Pfarrei aktiv sein wird. Möge dieser Wunsch in Erfüllung gehen.
Matthias Kopp
Kirchenchor St. Mauritius Neufra
Nun ist es offiziell, der Kirchenchor löst sich auf. Es war schon lange abzusehen, Jahr für Jahr schwand die Zahl der Sängerinnen und Sänger altersbedingt, durch Krankheit und Tod. Schon bei der letzten Jahresversammlung anfangs 2019 bahnte sich ein baldiges Ende an. Doch damals hieß das Motto, „wer den Mut verliert, ist eh verloren“ und so wurde noch einmal eine komplette Vorstandschaft gewählt. Die musste nun das Ende besiegeln. Horst Acker wird als letzter Vorstand in den Geschichtsbüchern stehen. Mit einem gemeinsamen Essen im Gasthaus Krone in Freudenweiler wurde der historische Abend eröffnet, der dann mit Wehmut, aber auch mit Erleichterung ausklang.
Matthias Kopp, seit 29 Jahren Präses, sprach von einem traurigen Moment, war doch der Chor über Jahrzehnte eine feste Größe in der Pfarrgemeinde. Es habe fulminante Zeiten gegeben, auf die man mit Wohlwollen zurückblicken könne.
Nach der Totenehrung stand noch eine außergewöhnliche Ehrung an. Bürgermeister Reinhard Traub überreichte dem Chor die Zelter-Plakette im Namen der Landrätin Stefanie Bürkle. Es ist die höchstmögliche Auszeichnung für Amateurchöre und setzt eine 100-jährige Tätigkeit voraus. Auf die kann der Chor zurückblicken.
In seinem umfangreichen Rückblick ging Bürgermeister Traub auf die lange und reichhaltige Geschichte des Chores ein, sprach den Chormitgliedern seinen Dank aus, brachte aber auch sein Bedauern der Auflösung zum Ausdruck. 1888, so Bürgermeister Traub in seiner Laudatio zur Überreichung der Zelter-Plakette wurde der Kirchenchor Neufra erstmals urkundlich erwähnt. Zuvor bestand wohl schon eine Chorgemeinschaft, die von verschiedenen Dorfschullehrern geleitet wurde. Diese prägten auch den Chor bis zum Jahre 1934, danach übernahm der Kaufmann Heinrich Steinhart die Regie. Zunächst wurde seine Anstellung aufgrund fehlender Qualifikation durch das Ordinariat auf 1 Jahr begrenzt. Letztendlich wurde daraus ein segensreiches Wirken bis zu seinem frühen Tod 1956. Ihm folgte mit Hermann Klein ein weiterer Lehrer. Seine Amtsperiode war mit 26 Jahren eine der längsten. Danach folgten eine ganze Reihe junger engagierter Chorleiter, die aber alle nach einem kurzen Engagement beruflich Neufra verließen. Seit 2003 leitete Anni Metzger aus Veringendorf den Kirchenchor, umsichtig mit Elan und Freude. Sie durfte nun den Taktstock aus der Hand geben, wehmütig aber zufrieden.
Schriftführerin Gertrud Voppichler verlas nochmals den Tätigkeitsbericht der vergangenen zwei Jahre, der besonders im Jahre 2019 nochmals sehr umfangreich war. Bei 13 Trauerfeiern sang der Chor und an allen Hochfesten wirkte er mit, sang zur Ehre Gottes und zur Freude der Kirchenbesucher. Dann kam im Jahre 2020 Corona und still und leise schloss sich die Akte des Chores.
Im Jahre 2005 hatte der Kirchenchor als besondere Auszeichnung die Palestrina-Medaille erhalten. Die brachte nochmals neuen Schwung und Elan. Die Zelter-Plakette wird in Würdigung des Vergangenen nun im Archiv des Pfarrbüros ihren Platz finden und so manches Ereignis in Erinnerung halten. Zum Schluss stand eine ganze Reihe von Ehrungen an. Die wurden verbunden mit der Hoffnung, dass es irgendwann ein neues Erwachen gibt.
Geehrt wurden für 70 Jahre im Dienst an der "Musica Sacra" Maria Dietmann und für 50 Jahre Gertrud Voppichler
Pfarrer Wolfgang Drescher blieb es dann vorbehalten, die Akte Kirchenchor zu schließen, allen Dank zu sagen, Lob und Anerkennung und das Ende zu besiegeln.
Werner Eisele
Kirchenchor Neufra
Am Ostermontag gab es nach dem Gottesdienst in unserem Kirchenchor noch eine Ehrung der besonderen Art. Frau Anneliese Acker singt bereits seit 70 Jahren im Kirchenchor Neufra, der Vorstand Horst Acker überreichte ihr zu diesem Anlass eine Urkunde des Cäcilienverbandes Freiburg und ein Blumenpräsent. Wir als Kirchengemeinde gratulieren ganz herzlich zu diesem besonderen Jubiläum und bedanken uns bei ihr für diese Treue zu der „Musica Sacra“.
Kirchenchor Neufra
Der Kirchenchor Neufra hielt vor Kurzem seine Generalversammlung ab. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied Ubi caritas wurde die Versammlung eröffnet. Der Vorsitzende Horst Acker konnte dazu auch Pfarrer Drescher und Pastoralreferent Matthias Kopp begrüßen und dazu die wenigen, aber treuen Sängerinnen und Sänger willkommen heißen. Einige Ausfälle im vergangenen Jahr krankheitsbedingter Art aber auch dem Alter geschuldet u.a. haben den Kirchenchor an den Rand des Existenzminimums gebracht. Trotz allem, neben dem Dank von Vorstand Horst Acker verband er auch den Wunsch, haltet weiter zur Stange, damit wir noch eine Weile bestehen können.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, das war der Tenor der Sängerinnen und Sänger, getreu der Lebensweisheit: „Wer den Mut verliert, ist eh verloren“, wählten die Mitglieder die Vorstandschaft auf weitere 2 Jahre im bisheriger Besetzung wieder. Horst Acker bleibt Vorstand, Helma Eisele Stellvertreterin, Gertrud Voppichler übernimmt die beiden Ämter der Schriftführerin und Kassiererin und Johann Röck bleibt als Beisitzer im Vorstandsteam.
Wie aktiv der Kirchenchor im vergangenen Jahr war und wie sehr er das kirchliche und weltliche Leben geprägt hat, zeigte Gertrud Voppichler die Schriftführerin auf. An allen Hochfesten und bei verschiedenen kirchlichen Anlässen trat der Kirchenchor in Aktion, sang zur Ehre Gottes, zur Freude der Gottesdienstbesucher und umrahmte feierlich die Liturgie. Bei allen Trauerfeiern im vergangenen Jahr sang der Chor in kleinerer Besetzung und gab den Feiern ebenso einen würdigen Rahmen. Bei den im Monat Mai so beliebten Andachten trat der Chor zweimal in Aktion und war mit seinen alten Liedern für manchen so etwas wie der Türöffner für die Seele. Daneben standen noch 24 Proben an, sowie einige gesellige Anlässe. Zum Dank und zur Geselligkeit gehörte im vergangenen Jahr auch ein gemeinsamer Ausflug nach Stein a. Rhein mit Besichtigung der Insel Reichenau und mit einem gemütlichen Abschluss im Gasthaus Krone in Freudenweiler.
Chorleiterin Anni Metzger sprach ihren Chormitgliedern den Dank aus für ihren vielfältigen Einsatz im vergangenen Jahr; sie sprach aber auch die anstehenden Probleme an. Sie möchte in nächster Zeit erproben, wie der Chor in der jetzigen Besetzung noch klingt und situationsbedingt auf 2-stimmiges Liedgut umstellen, denn es sollte auch noch ein annehmbarer, schöner Gesang sein.
Pfarrer Drescher und Matthias Kopp dankten der Vorstandschaft und allen Sängerinnen und Sängern für ihre Treue und vielfältigen Beitrag zum kirchlichen Leben. Klein, aber zuverlässig, es gab nie einen Ausfall in den vergangenen Jahren, diese Feststellung traf Matthias Kopp als Präses des Kirchenchores. Er ermunterte die verbliebenen Mitglieder, „haltet zusammen, singt das Liedgut, das möglich ist, singt die Lieder, die die Menschen ansprechen. Wir sind froh, dass ihr noch singt!“
Bürgermeister Traub ließ in Verhinderung ebenfalls den Dank und die besten Grüße übermitteln. Zum Schluss gab es noch ein kleines Präsent als Dank für die Chorleiterin Anni Metzger. Mit dem Lied: „Segne Vater diese Gaben“ wurde zu einem kleinen Imbiss übergeleitet und in gemütlicher Runde die Versammlung beschlossen.
Werner Eisele
Rückblick Kirchenchorausflug
Letzten Samstag unternahm der Kirchenchor einen ausgesprochen schönen Ausflug an den Bodensee. Bei super Wetter starteten wir schon um 7.00 Uhr zu großer Fahrt und machten ein Sektfrühstück am Rheinufer in Schaffhausen mit leckeren Brezeln. In Stein am Rhein gab es die Möglichkeit zu einem kurzen Stadtbummel in der wunderschönen Fußgängerzone der Altstadt. Um 11.15 Uhr legte unser Schiff ab und wir schifften den Rhein entlang bis zur Insel Reichenau. Der Himmel strahlte vor Freude und wir alle mit. Dort angekommen war der Hunger so groß, dass das Mittagessen gerade richtig kam im neuerbauten Restaurant „mein inselglück“. Um 14.30 Uhr bekamen wir eine geniale und sehr informative Inselführung im Bus, so dass wir die ganze Insel mit all ihren schönen Ecken kennengelernt haben. Unser Reiseführer war eine echte Kapazität und lockerte seine Führung mit vielen Anekdoten und netten Witzen auf. Nach der Inselrundfahrt gab es Kaffee und Kuchen und um 17.30 Uhr brachen wir Richtung Heimat auf, um in der Krone in Freudenweiler noch zünftig einzukehren. Wir alle erlebten einen herrlichen Tag, mit vielen eindrücklichen Momenten und einem tollen Gemeinschaftsgefühl. So ein Ausflug tut einfach gut und ist eine kleine Entschädigung für das treue Mitsingen im Kirchenchor. Die Probenarbeiten beginnen mit frischem Elan ab 9. Oktober wieder.
Ehrung von Maria Dietmann, mit Chorleiterin Anni Metzger, Matthias Kopp und Horst Acker