
Quelle: Ch. Würtz
Die Friedhofskapelle in Gammertingen
Die heutige Friedhofskapelle “Mater dolorosa” (Zur schmerzhaften Mutter Gottes) stand ursprünglich in Bronnen. Dort war sie 1867 im Auftrag Joseph Leiperts zu Ehren des Heiligen Fidelis an der Steghalde in neoromanischem Stil erbaut worden. 1886 machte er sie den Gammertingen Geistlichen zum Geschenk. 1901 musste sie allerdings dem Bau der Bahnstrecke Kleinengstingen-Gammertingen weichen. Sie wurde dann abgetragen und auf 1837 geweihten Friedhof Gammertingen leicht verändert wieder aufgebaut. 1973 ging die Friedhofskapelle in das Eigentum dem Stadt Gammertingen über.
Man betritt die über einem rechteckigen Grundriss mit Apsis errichtete Kapelle über eine Treppe durch einen kleinen Vorbau. Die Vorderfront wird durch einen Dachreiter mit einer kleinen Glocke bekrönt. Die ursprüngliche Glocke musste 1942 für Rüstungszwecke abgeliefert werden. 1955 ließ die Stadt Gammertingen eine neue Glocke gießen.
Der 1906 angeschaffte Altar zeigt eine Pieta als Altarbild. Diese malte der Gruoler Maler August Pfister, die weiteren Arbeiten am Altar besorgte der Bildhauer Raach aus Oberstetten. Am Chorbogen sind rechts und links Statuen des Heiligen Joseph und der Heiligen Maria angebracht.
Die beiden Bilder an den Längsseiten stammen von Constantin Hanner und hingen bereits in Bronnen in der Kapelle. Sie zeigen Jesus als Lehrer sowie als Zuflucht der Kranken.
Die Kapelle ist in der Art des Jugendstils ausgemalt, die Apsis mit einem Sternenhimmel, das Kreuzgratgewölbe im Schiff mit Planzenranken.
Quelle: Gotteshäuser auf der Alb (Christian Würtz)
