Schollenkapelle

Quelle: ch. wirtz

Quelle: ch.wirtz

 
Urprünglich umgaben wie ein Kranz vier Kapellen Gammertingen.
Von ihnen sind heute nur noch 3 erhalten. Verschwunden ist die Kapelle der Heiligen Katharina. Im Jahr 1932 fand man in der Gemarkung Heiligenbühl die Grundmauern eines 4 auf 4,20 m großen Gebäudes.
Wahrscheinlich handelt es sich dabei um die Überreste der Katharinenkapelle.
Im Mittelalter gab es in Gammertingen eine eigene Pfründe der heiligen Katharina.
Erhalten sind hingegen die Schollen-, die Fehla- sowie die Altenburgkapelle.
 
 
Die Schollenkapelle
 
Auf der Höhe an der Straße Richtung Feldhausen steht die Schollenkapelle. Sie ist der heiligen Maria Magdalena und dem heiligen Petrus geweiht, die beide als Patrone der Büßer verehrt werden.
Erstmals erwähnt wird die Kapelle im Jahr 1454 im Mariaberger Zinsbuch, wo übrigens auch der Heiligenbühl erwähnt wird. Aus diesem Eintrag ergib sich die Herkunft des Namens der Kapelle: um sie herum hatte ein Bauer namens Scholl seine Äcker.
Die Kapelle wurde 1675  vollständig erneuert auch in der kommenden Zeit wurden immer wieder grundlegende Renovationen nötig, zuletzt 1993/94. Die Kapelle sollte vor allem den Feldarbeitern bei drohendem Gewitter Schutz bieten. Wer während des Unwetters in der Kapelle Schutz suchte, sollte sich aber nicht dem müßigen Geschwätz, sondern dem Gebet hingeben.
Die Kapelle ist ein schlichter, verputzter Bau aus Bruchsteinmauerwerk. Der Innenraum gliedert sich in 2 Teile. Ein Vorraum ist durch eine Mauer mit einer Türe mit Holzgitter vom Altarraum getrennt, welcher durch 2 kleine Rundfenster erhellt wird.
Nachdem 1843 die Kapelle wieder einmal ausgebessert worden war, gab man beim Hettinger Maler Kaspar Lieb den Auftrag, ein neues Altarbild zu malen, was dieser 1846 dann auch tat.
Das Ölbild zeigt den heiligen Petrus im Gebet mit einem Hahn.
Unter der Darstellung sind folgenden Verse zu lesen:
„Hier Wanderer kehre zu! Ein großer Fürst hier wohnt, der zwar nicht wie zu Rom in Gold und Marmor thront. Hier weinte Petrus nun. Der Ort selbst ist ganz klein, doch wird der Raum genug für Buß und Tränen sein.“
An der Chorwand ist ein Bogen aus Akanthusblättern gemalt, daneben auf Konsolen in Umrissen der heilige Paulus und der heilige Petrus.
Diese Malereien stammen aus dem 17. Jahrhundert.
 
Quelle: Gotteshäuser auf der Alb (Christian Würtz)