Hochbergkapelle in Neufra (Hl. Kreuz)

 

Quelle: Bernhard Türk

 
 
 

Quelle: Bernhard Türk

 
 
 
 

Quelle: Archiv

 
Weihnachtskrippe in der Hochbergkapelle
 

Quelle: Sabine Wern

 

Quelle: Sabine Wern

 
 

Quelle: Sabine Wern

 
Die Hochbergkapelle in Neufra (Kapelle zum Hl. Kreuz)
 
„Droben stehet die Kapelle, schaut still ins Tal hinab.“
Die Worte Ludwig Uhlands über die Wurmlinger Kapelle könnte auch auf die Hochbergkapelle zutreffen.
Seit etwas mehr als 250 Jahren steht die Kapelle in östlicher Anhöhe hoch über dem Neufraer Fehlatal. Sie ist eine große Votivgabe der Neufraer Bevölkerung, die in Zeiten großer wirtschaftlicher Not von 14 aufeinanderfolgenden Hageljahren gelobten, im Falle der Abwendung dieser Plage und zum Dank vor Bewahrung weiteren Hagelschlags diese Kapelle zu errichten.
 
Erbaut wurde die Kapelle im Jahre 1751 unter Pfarrer Constantin Adelbert Sallwürk. Als Baufachmann beauftragte er den aus Oberstetten stammenden Maurermeister Melchior Schänzle. Der einheimische Zimmermeister Martin Eisele wurde mit der Errichtung des Dachstuhls beauftragt. Er war es auch, der im darauf folgenden Jahr 1752 der Kapelle über dem Westgiebel einen zierlichen Dachreiter mit kupfergedeckter Zwiebelhaube aufsetzte.
Schänzle hat auf dem Hochberg eine Kapelle gebaut, wie sie sonst typisch war für das damals zum Kloster Zwiefalten gehörige Gebiet.
 
 
Der Neufraer Bürger Andreas Herre stiftete im Jahre 1753 eine Glocke, die auch heute noch auf dem Hochberg hängt. Diese Glocke wird heute noch am Andreastag von 11-12 Uhr Uhr geläutet (Andreasläuten).
Am 14. September 1751, am Fest der Erhöhung des heiligen Kreuzes, wurde die Kapelle durch Dekan Josef Matthäus von Tempelbach feierlich eingeweiht und 11 Jahre später, am 3. September 1762 durch den Konstanzer Weihbischof Franz Karl Josef Fugger, Reichsgraf von Kirchberg und Weissenhorn, konsekriert.
Der Hochaltar wurde zu Ehren des Hl. Kreuzes geweiht (heute leider nicht mehr vorhanden), der linke Seitenaltar zu Ehren der seligen Jungfrau Maria vom guten Rat und der rechte Seitenaltar zu Ehren der volkstümlichen Bauernheiligen Eulogius Wendelin u.a. Heiligen.
Die Hochbergkapelle gehört zu den wenigen Heiligtümern in Baden-Württemberg mit einer Hl.-Kreuz-Wallfahrt, die vor allem im 18. Jahrhundert, nicht zuletzt durch eine Reihe von echter Frömmigkeit beseelter Geistlicher ihren Höhepunkt hatte. Über 200 Jahr blieb die Kapelle ein bedeutender Wallfahrtsort.
Die früher übliche Wochenwallfahrtsmesse wird seit über 130 Jahren nicht mehr gehalten. Am Feste des Hl. Eulogius wurden von Neufra und fast der ganzen Alb in früheren Jahren die Pferde auf den großen Platz bei der Kapelle gebracht und daselbst von dem Geistlichen gesegnet. An den Festen vom Hl. Kreuz und am Blutfreitag, auch bisweilen am Eulogiusfeste, fanden früher Prozessionen zu Kapelle statt.
 
Die Kapelle selbst wurde in den Jahren 1997-2001 grundlegend saniert und gehört heute zu den Schmuckstücken der Gemeinde Neufra. Auf dem Weg, der steil hinauf führt zur Kapelle, wurde im Jahr 1866 ein Kreuzweg errichtet. Die Bildstöcke tragen ein Giebeldach und sind mit einer Rundbogennische versehen. Die Stationsbilder sind von dem Gammertinger Maler Konstantin Hanner geschaffen worden.
Sie wurden 1989 letztmals restauriert.
 
In der Nähe der Kapelle ist ein Missionskreuz, das am 2. April 1854 bei der Mission in Gammertingen benediciert und von 16 hiesigen Ledigen auf den Hochberg getragen wurde.
Zur Erinnerung an den Krieg 1870/71 wurde bei der Kapelle für die drei verstorbenen Krieger ein Kriegerdenkmal erbaut und eine Friedenseiche gepflanzt.
 
Quelle: Archiv von Manfred Tremmel und Werner Eisele, alte Aufzeichnungen von Pfarrer Herrmann und Johann Muschal
 

Quelle: Manfred Tremmel

Historische Aufnahme zur Verfügung gestellt von Manfred Tremmel
 
Auf dieser Aufnahme ist noch das erwähnte Kriegerdenkmal zu sehen.
 
 
 
 

Quelle: Sonja Krauser

  

Quelle: Sonja Krauser

 
 

Das Glockengeläut der Hochbergkapelle können Sie anhören unter

www.ebfr-glocken.de       und auf der nationalen Glockendatenbank unter www.createsoundscape.de

 

Neben einer allgemeinen Kurzbeschreibung finden Sie hier weiterführende Informationen als Audio-, Foto-, pdf- und in einigen Fällen auch als Videodateien.