St. Johannes Harthausen

Quelle: Ch. Würtz

 
 
 

Quelle: Ch. Würtz

 
 
St. Johannes der Täufer in Harthausen
 
Harthausen wird erstmals 1325 urkundlich erwähnt. Bis 1474 gehörte der Ort zur Pfarrei Gammertingen, ehe er zur neu errichteten Pfarrei St. Nikolaus Feldhausen kam. Bereits 1464 ist eine Kapelle St. Johannes erwähnt, auf welche die heutige Kirche zurückgeht.
Die letzte umfassende Renovation fand 1982-86 statt, wobei man sich an dem Zustand von 1912 orientierte. Am 26. Oktober 1986 konnte der erste Gottesdienst nach der Renovierung gefeiert werden.
2003/2005 musste die Kirche im Inneren erneuert werden und es wurde eine neue Heizungs- und Lüftungsanlage eingebaut.
Seit 1613 nennen die Heiligenrechnungen neben Johannes dem Täufer (Sommerjohannes, 24. Juni) den Johannes den Evangelisten (Winterjohannes 27. Dezember) als zweiten Patron.
 
Die Westfassade wird vom Kirchturm bestimmt, der leicht aus der Fassade hervorragt. Bekrönt wird der Turm von einer Zwiebel und einem Doppelkreuz. Diese Zwiebel spielt auch in der Harthauser Fasnet eine wichtige Rolle und gab der hiesigen Narrenzunft ihren Namen. Hintergrund ist, dass bei der Renovation 1982 die Harthauser die morsche Holzkonstruktion gegen den Willen des Denkmalamtes durch eine neue ersetzten, statt sie aufwändig zu restaurieren.
Nördlich der Kirche errichtete die politische Gemeinde 1925 ein Kriegerdenkmal, das nach dem Zweiten Weltkrieg erneuert wurde. Das ursprüngliche Denkmal wurde an den Linsenberg versetzt.
Die Ausstattung der Kirche stammt überwiegend aus der Zeit des Kaiserreichs (1871-1918), es haben sich aber auch Werke älterer Zeit erhalten. Über den Pilastern erheben sich zwei Säulenpaare, die das Altarbild einrahmen. Dieses schuf 1875 Constantin Hanner. Es zeigt den Heiligen Johannes, den Patron der Kirche, wie er gerade Jesus tauft.
Bei der Renovation wurden unter Verwendung von Teilen des Hochaltars ein sich harmonisch in den Kirchenraum einfügender Zelebrationsaltar geschaffen, sowie ein neuer Ambo im Stile des 19. Jahrhunderts angeschafft.
Bei der Renovierung 1985/86 wurden an den Seitenwänden zwei leider sehr beschädigte und übereinander gemalte Apostelzyklen mit Jesus Christus entdeckt, die aus gotischer Zeit stammen. An der südlichen Kirchenwand ist neben den Namen des Hl. Andreas und des Hl. Johannes auch dessen Kopf nicht wieder verputzt worden.
Schönstes und ältestes Ausstattungsstück des Kirchenschatzes ist das Wettersegenkreuz aus dem 18. Jahrhundert. Ferner gehören zum Kirchenschatz ein Kelch aus dem Jahr 1864, zwei Ziborien, eine moderne Hostienschale sowie eine Monstranz, die 1931 erworben wurde.
Ferne besitzt die Kirche St. Johannes einen barocken Auferstehungschristus (18. Jahrhundert), ein in Wachs modelliertes Christkind, sowie eine Weihnachtskrippe (um 1900).
 
Quelle: Gotteshäuser auf der Alb (Christian Würtz)